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Aktuelle Produktionen

Institut für bewegende Künste, Zürich

 

Kindheit. Wo hört sie auf, und wo beginnt sie neu? Kurz vor Katharinas Volljährigkeit offenbart Anton seiner Tochter, dass er an Parkinson erkrankt ist. Es folgen Jahre, in denen der Vater vor seiner Diagnose flüchtet und die Tochter sich an ihr abkämpft.

Antons Körper wird nach und nach unselbständig und immobil, seine Wahrnehmung jedoch bewegter und reicher als die manch einer gesunden Person. Denn die enorme Menge an Medikamenten lindert zwar allerlei Symptome, verursacht aber Halluzinationen. Von jetzt an nimmt Anton die Tochter bei ihren Besuchen mit auf seine inneren Reisen. Katharina fragt nicht nur nach und begleitet ihren Vater, sondern durchforstet auch in ihren eigenen Gehirnwindungen, wie es ist, die Welt in ihrer vielschichtigen Verfasstheit wahrzunehmen.

Am Ende versteht immer noch niemand alles, aber aus Flucht, Kampf und Suche erwächst eine zärtliche, humorvolle und feinsinnige Beziehung zwischen Vater und Tochter.

Die Vorstellungen finden in der Photobastei (2. OG) am Sihlquai 125 statt.

Samstag, 04. September 2021, 20.00 Uhr – Uraufführung
Sonntag, 05. September, 16.00 Uhr

Donnerstag, 09. September, 20.00 Uhr

Freitag, 10. September, 20.00 Uhr

Samstag, 11. September, 20.00 Uhr


Barrierefreier Zugang / Tickets unter: winkelwiese.ch

Künstlerische Leitung, Text: Katharina Cromme Spiel, Performance: Ueli Bichsel, Mareike Hein, Anna-Katharina Müller, Mirjam Smejkal
Live-Musik-Performance und Komposition: Charlotte Hug Produktionsleitung: Roland Amrein

Dramaturgie: Martina Missel

Szenografie/Kostüm/Lichtdesign: Lukas Stucki, Yvonne Harder

Assistenz: Mirjam Smejkal

Hospitanz: Salem Mohammed 

 

In Koproduktion mit Theater Winkelwiese, Zürich & Kleintheater Luzern

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Ein tragisch-komischer, absurd-poetischer Abend von und mit Ueli Bichsel und Anna Frey

 

"Da mischen sich Theatersprachen aus zwei Generationen, psychologisch tiefgründige Dialoge mit clownesken Einschüben, Poetisches mit Abstraktem." Tages-Anzeiger, 2017, zu "Selber schuld

Wie wirken sich die globalen Überforderungen auf das Individuum aus? Wie gehen wir mit einem drohenden Kontrollverlust um? Und wie sehen unsere Versuche aus, Ordnung in diese ständige Un- und Umordnung zu bringen? Mit diesen Fragen setzen sich Ueli Bichsel und Anna Frey auseinander. Sie nehmen sich in ihrem Stück "Gstört" der Menschen an, die sich nach einer Rückkehr in eine einfache, klare und überschaubare Welt sehnen. Frey und Bichsel zeigen die Mechanismen auf, die eine generelle Verunsicherung mit sich bringt und sie wirken den Versuchen moralischer Überlegenheit gegenüber Anderen entgegen, indem sie Gemeinsamkeiten herausarbeiten und selbstgerechte Reflexe entlarven. Das geht am besten mit einer gehörigen Portion Humor und Komik und mit Ausflügen ins liebevoll Groteske. Die beiden schaffen es, unterhaltsam und lustig zu sein, sich gleichzeitig aber auch mit aktuellen gesellschaftspolitischen und philosophischen Fragen auseinander zu setzen.
Trailer Gstört

Trailer Gstört

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Im vergangenen Winter haben Anna Frey und Ueli Bichsel bereits drei Try-Outs an drei Sonntagen im Helsinkiklub auf die Bühnenbretter gebracht.

Entstanden ist dabei das Konzept einer skurrilen Diskussionsrunde, in welcher jedes mal ein neues Thema debattiert wurde. Teil der Show war, dass alle geladenen Gäste sowie die Moderation von Frey und Bichsel dargestellt wurden. Aus Spargründen, wie sie damals selbst erklärten. Dabei näherten sich Frey und Bichsel aus verschiedenen Perspektiven den jeweiligen Themen an und schafften es unterhaltsam und lustig zu sein, sich gleichzeitig aber auch fundiert und kritisch mit aktuellen gesellschaftspolitischen und philosophischen Fragen auseinander zu setzen.

Nun nehmen sie dieses Grund-Konzept noch ein mal auf, jedoch mit der Absicht, dieses zu erweitern und ihre Recherche zu vertiefen. Die bisherigen Stammgäste der Show bleiben dem Publikum aber grösstenteils erhalten, so zum Beispiel Evi Blumenthal, eine ehemalige Postbotin die sich selbständig gemacht hat. Was in ihrem Fall bedeutet, dass sie seither alle Briefe selber schreibt um sie anschliessend an Leute zu verteilen die sie gar nicht wollen. Um nur eine der zur Debatte geladenen Figuren zu nennen. Frey und Bichsel haben sich zum Ziel gesetzt, auf jegliche Sicherheitsnetze zu verzichten, das Risiko des Scheiterns nicht zu fürchten und dem Publikum eine einmalige halbe Stunde zu präsentieren, aus welcher dann erfahrungsgemäss doch meist 45 Minuten werden.

 

 

Nichtsnutz“ ist ein Clownstück und man lacht über die Missgeschicke dieser Beiden. Doch wie kaum ein zweites Duo, führen uns Bichsel und Gargiulo unmerklich und unerlässlich auch immer dorthin, wo uns das Lachen im Halse stecken bleibt und wir plötzlich nicht diese bedauernswerten Clownfiguren auslachen, sondern-wer hätte das gedacht- uns selbst und unser Hadern als Menschen. Darin liegt die grosse Kunst dieser beiden Darsteller, welche es verstehen mit Leichtigkeit auf dem Grat zwischen Tragik und Komik zu balancieren.

Der Abend handelt von dem ewigen Wunsch nach Sicherheit. Man will sich und seine Besitztümer beschützen. Und so bauen sich diese zwei Clowns voller Enthusiasmus ein Gefängnis, führen unser aller Bedürfnis nach Sicherheit ad absurdum und bringen uns somit zum Lachen. Fast beiläufig thematisieren sie dabei auch unsere ständigen Suche nach einem besseren Leben und fragen, mit der Clowns eigenen Naivität, danach was denn „besser“ genau bedeuten soll und was wir genau damit meinen, wenn wir sagen, dass wir „frei“ sind.
„Nichtsnutz“ ist ein Abend der uns zum Lachen bringt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Er ist also in jeder Hinsicht eine Bereicherung.
Regie: Anna Frey

Vermisst, sehnlichst erwartet und endlich wieder zu erleben:

Nach einer 10jährigen Pause sind sie wieder unterwegs und sorgen für beste Unterhaltung: Das grossartige Zürcher Clownduo „Die Lufthunde“ Ueli Bichsel und Marcel Joller Kunz. Ein unvergesslicher Abend mit zeitlosen Episoden voller Emotionen ist garantiert: Komisch, tragisch, heiter ... ein herzerfrischendes Programm für Jung und Alt – unbeschreiblich, man muss es gesehen haben...

Eine neue Generation kommt auf den Lufthund

Wenn das Kult-Clown-Duo «Lufthunde» dreissig Jahre alte Clownerien zeigt, muss schon mehr dahinterstecken, als nur der Wunsch zu einem Wiedersehen mit dem Publikum von damals. Tatsächlich, auch die heutige Generation lacht mit. Die Kinder quietschen sogar. Ein hauch von Zirkus und Beckett zieht noch heute Samstag durchs Roxy Birsfelden.
Es ist ein Gefühl wie bei einem Klassentreffen. Vor dreissig Jahren haben wir sie ins Herz geschlossen. Den scheuen Knill und den übersichtlichen Knoll. Die beiden Unsinnstifter waren das Zentrum jener circensischen Gaukler-Show, die als Zirkus «Federlos» durch die Lande und über die Kontinente zog. Etwas ängstlich nähern wir uns ihnen, wie unseren alten, besten Freunden aus der Jugendzeit. Nur diesmal sind die besten Freunde Witze. Ihnen gegenüberzutreten ist fast so diffizil, wie einer alten Liebe. Worüber haben wir damals bloss so gelacht?

Bichsel zieht alle Register seiner phänomenalen Vielseitigkeit; er wechselt die Rollen wie die Kostüme, zieht das Publikum hinein in die wesentlichen Stationen dieses Lebens. Würde man Ueli Bichsel einfach nur als Clown apostrophieren, so täte man ihm zweifellos unrecht. Zwar lebt die Darstellung dieses unerwünschten Kindes von vielen clownesken Situationen. Doch es steckt ebenso viel Tiefsinn und euphorisch überspielte Traurigkeit wie Clownerie in all den Sequenzen, in denen Bichsel sowohl seine Wandlungsfähigkeit als auch seine mitreissende Mimik und Gestik ausspielt. Von Sequenz zu Sequenz zieht er sich in Rekordtempo auf der dunklen Bühne um, erscheint einmal als sein eigener Vater bei der Zeugung, der dann (buchstäblich!) den Hut nimmt und nur seine Kaffeetasse zurücklässt, dann als meisterlich pantomimischer Wanderer im Gewitterregen und schliesslich sogar als südspanischer Sternenhimmel. In einem mit LED-Lichtern übersäten Overall legt dieses Firmament einen Tanz auf die dunkle Bühne, der sowohl für Bichsels Faible für Surrealistisches wie auch für seine Fitness spricht.

Roter Faden durch das «Log-Buch» seines Lebens ist ein Fuchs, eine Art Totem, das ihn begleitet und schliesslich aus der Verzweiflung rettet. Er kommt in jedem der sprechenden Bilder vor, die Ueli Bichsel mit spärlichsten Mitteln, aber wunderbaren Effekten für die verschiedenen Lebensphasen auf der Bühne kreiert und kommentiert und einem so nahe bringt, dass der Geist entzückt ist und die Seele lacht. «Dass es Ueli Bichsel gelingt, innerpsychische Ebenen und rein komische Elemente mit (scheinbar) unprätentiöser Leichtigkeit zu verbinden, zeichnet ihn als Meister seines Metiers, als Clown im bestem Sinne aus», schrieb Simone Müller vom «Bund», (esc)

Log
 

Bichsel zieht alle Register seiner phänomenalen Vielseitigkeit; er wechselt die Rollen wie die Kostüme, zieht das Publikum hinein in die wesentlichen Stationen dieses Lebens. Würde man Ueli Bichsel einfach nur als Clown apostrophieren, so täte man ihm zweifellos unrecht. Zwar lebt die Darstellung dieses unerwünschten Kindes von vielen clownesken Situationen. Doch es steckt ebenso viel Tiefsinn und euphorisch überspielte Traurigkeit wie Clownerie in all den Sequenzen, in denen Bichsel sowohl seine Wandlungsfähigkeit als auch seine mitreissende Mimik und Gestik ausspielt. Von Sequenz zu Sequenz zieht er sich in Rekordtempo auf der dunklen Bühne um, erscheint einmal als sein eigener Vater bei der Zeugung, der dann (buchstäblich!) den Hut nimmt und nur seine Kaffeetasse zurücklässt, dann als meisterlich pantomimischer Wanderer im Gewitterregen und schliesslich sogar als südspanischer Sternenhimmel. In einem mit LED-Lichtern übersäten Overall legt dieses Firmament einen Tanz auf die dunkle Bühne, der sowohl für Bichsels Faible für Surrealistisches wie auch für seine Fitness spricht.

Roter Faden durch das «Log-Buch» seines Lebens ist ein Fuchs, eine Art Totem, das ihn begleitet und schliesslich aus der Verzweiflung rettet. Er kommt in jedem der sprechenden Bilder vor, die Ueli Bichsel mit spärlichsten Mitteln, aber wunderbaren Effekten für die verschiedenen Lebensphasen auf der Bühne kreiert und kommentiert und einem so nahe bringt, dass der Geist entzückt ist und die Seele lacht. «Dass es Ueli Bichsel gelingt, innerpsychische Ebenen und rein komische Elemente mit (scheinbar) unprätentiöser Leichtigkeit zu verbinden, zeichnet ihn als Meister seines Metiers, als Clown im bestem Sinne aus», schrieb Simone Müller vom «Bund», (esc)

Mit «Knacks», das 2013 am Zürcher Theaterspektakel uraufgeführt wurde, präsentieren Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo ihr viertes Gemeinschaftsprojekt. Das Theater und Clownpaar schlüpft in der von Hanspeter Homer und Anna Frey inszenierten Produktion in die Rollen von Bruder und Schwester, die sich nach dem Tod der Mutter in deren Atelier wiedersehen. Mögen auch Jahrzehnte vergangen sein seit der letzten Begegnung, die eifersüchtige Nähe, so typisch für Geschwisterbeziehungen, ist sofort wieder da. Man ist einander tief verbunden und mag dem oder der andern doch nichts gönnen, nicht einmal die Puppe, die, wie von Geisterhand angetrieben, in einem Rad über die Bühne gerollt kommt. Die Frau erzählt mit leuchtenden Augen, wie sie stundenlang mit ihrer «bambola» gespielt habe, worauf der Mann unberührt behauptet, die Puppe habe ihm, dem älteren Bruder, zuerst gehört und er habe ihr gern in die Haare gespuckt.

Den grössten Streitpunkt bildet jedoch das künstlerische Talent der verstorbenen Mutter. Während die Tochter diese als einzigartiges Genie preist, hat der Sohn nur Spott und Hohn für das mütterliche Schaffen übrig.

Die Kluft, die sich zwischen den Geschwistern auftut, wird umso deutlicher dadurch, dass sie verschiedene Sprachen sprechen: sie ein helles, melodisches Italienisch (wunderbar zum Zu- hören!), er ein sprödes Zürichdeutsch. Eine der witzigsten Szenen ist jene, in der Gargiulo sich über Bichsel’s «Züritüütsch» mokiert, indem sie ihre Stimme beim Wortteil «-tüütsch» jeweils nach oben schnellen lässt und sich dabei an den Hals fasst. Dieser Dialekt sei «pressione totale», totaler Druck. Weil der komplexen Geschwisterbeziehung mit Worten allein nicht beizukommen ist, tanzt das Paar zwischendurch auch immer wieder zu von Strawinsky inspirierten Klängen und irgendwie sehr archaisch und gerade dadurch berührend.


Naturgemäss beginnt alles im Theater. Silvana Gargiulo gibt die italienische Matrone, die sich von Ueli Wein servieren lässt und ihn mit wunderbaren Klavierklängen bei seinen Liedern und Geschichten begleitet, welche von einer tragisch endenden Liebe, Rehe, Berge und einem Eisvogel handeln.

Mit viel Humor und Ironie singt und rappt Ueli Bichsel über das Leben und das Sterben. Mit wenigen Handgriffen ist die Bühne umgebaut und man findet sich im zweiten Teil in einem Krankenzimmer wieder, wo der kranke Ueli Bichsel von Silvana Gargiulo gepflegt wird. Franz Hohler hat es treffend gesagt: „Wir lachen über die Gedankenwelt des Kranken, für den das Normale zum Absurden geworden ist.“ Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo schaffen es, mit ihren Dialogen und Monologen ihr Publikum zum Lachen, Nachdenken und Weinen zu bringen.
Regie: Hanspeter Horner


 

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