Aktuelle Produktionen

Im vergangenen Winter haben Anna Frey und Ueli Bichsel bereits drei Try-Outs an drei Sonntagen im Helsinkiklub auf die Bühnenbretter gebracht.

Entstanden ist dabei das Konzept einer skurrilen Diskussionsrunde, in welcher jedes mal ein neues Thema debattiert wurde. Teil der Show war, dass alle geladenen Gäste sowie die Moderation von Frey und Bichsel dargestellt wurden. Aus Spargründen, wie sie damals selbst erklärten. Dabei näherten sich Frey und Bichsel aus verschiedenen Perspektiven den jeweiligen Themen an und schafften es unterhaltsam und lustig zu sein, sich gleichzeitig aber auch fundiert und kritisch mit aktuellen gesellschaftspolitischen und philosophischen Fragen auseinander zu setzen.

Nun nehmen sie dieses Grund-Konzept noch ein mal auf, jedoch mit der Absicht, dieses zu erweitern und ihre Recherche zu vertiefen.

Die bisherigen Stammgäste der Show bleiben dem Publikum aber grösstenteils erhalten, so zum Beispiel Evi Blumenthal, eine ehemalige Postbotin die sich selbständig gemacht hat. Was in ihrem Fall bedeutet, dass sie seither alle Briefe selber schreibt um sie anschliessend an Leute zu verteilen die sie gar nicht wollen. Um nur eine der zur Debatte geladenen Figuren zu nennen.

Frey und Bichsel haben sich zum Ziel gesetzt, auf jegliche Sicherheitsnetze zu verzichten, das Risiko des Scheiterns nicht zu fürchten und dem Publikum eine einmalige halbe Stunde zu präsentieren, aus welcher dann erfahrungsgemäss doch meist 45 Minuten werden. Danach darf zum „Trio from hell“ getanzt werden.

Frey, die Rapperin,Theaterregisseurin und Performerin ist und ihr Vater Bichsel, der weit bekannte Schauspieler und Regisseur, arbeiteten schon zusammen als Frey noch kaum laufen konnte. Damals- im legendären „Zirkus Theater Federlos“- standen sie gemeinsam in der Manege. Über die Jahre verdichtete sich ihre Zusammenarbeit immer mehr.

2012 debutierten die Beiden als Performance-Duo am Zürcher Theater Spektakel mit dem Projekt „B&F Discount“, was vielen in guter Erinnerung geblieben ist.

Vier Jahre später, führte Anna Frey erstmals Regie für das Stück „Nichtsnutz“ von und mit Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo. 

2017 feierte „Selber schuld“ im Fabrik Theater Premiere. Ein Abend nach dem Konzept und unter der Regie von Anna Frey. Ueli Bichsel spielte sich darin an der Seite von der Deutschen Schauspielerin Anne Wiese um Kopf und Kragen. Zur Zeit führen Anna Frey und Ueli Bichsel gerade gemeinsam Regie für Nina Dimitri und Silvana Gargiulo.

Und nun stehen sie also wieder zusammen auf der Bühne des Helsinkiklub. Vater und Tochter: Beide spielen, beide führen Regie. Flo Stoffner- sonst bekannt als virtuoser Improvisator an der E-Gitarre- wird auch dieses mal als Faktotum im Hintergrund zugegen sein und die Show musikalisch unterstützen. Das Publikum darf gespannt sein. 

Vermisst, sehnlichst erwartet und endlich wieder zu erleben:

Nach einer 10jährigen Pause sind sie wieder unterwegs und sorgen für beste Unterhaltung: Das grossartige Zürcher Clownduo „Die Lufthunde“ Ueli Bichsel und Marcel Joller Kunz. Ein unvergesslicher Abend mit zeitlosen Episoden voller Emotionen ist garantiert: Komisch, tragisch, heiter ... ein herzerfrischendes Programm für Jung und Alt – unbeschreiblich, man muss es gesehen haben...

Eine neue Generation kommt auf den Lufthund

Wenn das Kult-Clown-Duo «Lufthunde» dreissig Jahre alte Clownerien zeigt, muss schon mehr dahinterstecken, als nur der Wunsch zu einem Wiedersehen mit dem Publikum von damals. Tatsächlich, auch die heutige Generation lacht mit. Die Kinder quietschen sogar. Ein hauch von Zirkus und Beckett zieht noch heute Samstag durchs Roxy Birsfelden.
Es ist ein Gefühl wie bei einem Klassentreffen. Vor dreissig Jahren haben wir sie ins Herz geschlossen. Den scheuen Knill und den übersichtlichen Knoll. Die beiden Unsinnstifter waren das Zentrum jener circensischen Gaukler-Show, die als Zirkus «Federlos» durch die Lande und über die Kontinente zog. Etwas ängstlich nähern wir uns ihnen, wie unseren alten, besten Freunden aus der Jugendzeit. Nur diesmal sind die besten Freunde Witze. Ihnen gegenüberzutreten ist fast so diffizil, wie einer alten Liebe. Worüber haben wir damals bloss so gelacht?

Nichtsnutz“ ist ein Clownstück und man lacht über die Missgeschicke dieser Beiden. Doch wie kaum ein zweites Duo, führen uns Bichsel und Gargiulo unmerklich und unerlässlich auch immer dorthin, wo uns das Lachen im Halse stecken bleibt und wir plötzlich nicht diese bedauernswerten Clownfiguren auslachen, sondern-wer hätte das gedacht- uns selbst und unser Hadern als Menschen. Darin liegt die grosse Kunst dieser beiden Darsteller, welche es verstehen mit Leichtigkeit auf dem Grat zwischen Tragik und Komik zu balancieren.

Der Abend handelt von dem ewigen Wunsch nach Sicherheit. Man will sich und seine Besitztümer beschützen. Und so bauen sich diese zwei Clowns voller Enthusiasmus ein Gefängnis, führen unser aller Bedürfnis nach Sicherheit ad absurdum und bringen uns somit zum Lachen. Fast beiläufig thematisieren sie dabei auch unsere ständigen Suche nach einem besseren Leben und fragen, mit der Clowns eigenen Naivität, danach was denn „besser“ genau bedeuten soll und was wir genau damit meinen, wenn wir sagen, dass wir „frei“ sind.
„Nichtsnutz“ ist ein Abend der uns zum Lachen bringt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Er ist also in jeder Hinsicht eine Bereicherung.
Regie: Anna Frey

Log
 

Bichsel zieht alle Register seiner phänomenalen Vielseitigkeit; er wechselt die Rollen wie die Kostüme, zieht das Publikum hinein in die wesentlichen Stationen dieses Lebens. Würde man Ueli Bichsel einfach nur als Clown apostrophieren, so täte man ihm zweifellos unrecht. Zwar lebt die Darstellung dieses unerwünschten Kindes von vielen clownesken Situationen. Doch es steckt ebenso viel Tiefsinn und euphorisch überspielte Traurigkeit wie Clownerie in all den Sequenzen, in denen Bichsel sowohl seine Wandlungsfähigkeit als auch seine mitreissende Mimik und Gestik ausspielt. Von Sequenz zu Sequenz zieht er sich in Rekordtempo auf der dunklen Bühne um, erscheint einmal als sein eigener Vater bei der Zeugung, der dann (buchstäblich!) den Hut nimmt und nur seine Kaffeetasse zurücklässt, dann als meisterlich pantomimischer Wanderer im Gewitterregen und schliesslich sogar als südspanischer Sternenhimmel. In einem mit LED-Lichtern übersäten Overall legt dieses Firmament einen Tanz auf die dunkle Bühne, der sowohl für Bichsels Faible für Surrealistisches wie auch für seine Fitness spricht.

Roter Faden durch das «Log-Buch» seines Lebens ist ein Fuchs, eine Art Totem, das ihn begleitet und schliesslich aus der Verzweiflung rettet. Er kommt in jedem der sprechenden Bilder vor, die Ueli Bichsel mit spärlichsten Mitteln, aber wunderbaren Effekten für die verschiedenen Lebensphasen auf der Bühne kreiert und kommentiert und einem so nahe bringt, dass der Geist entzückt ist und die Seele lacht. «Dass es Ueli Bichsel gelingt, innerpsychische Ebenen und rein komische Elemente mit (scheinbar) unprätentiöser Leichtigkeit zu verbinden, zeichnet ihn als Meister seines Metiers, als Clown im bestem Sinne aus», schrieb Simone Müller vom «Bund», (esc)

Log
 

Bichsel zieht alle Register seiner phänomenalen Vielseitigkeit; er wechselt die Rollen wie die Kostüme, zieht das Publikum hinein in die wesentlichen Stationen dieses Lebens. Würde man Ueli Bichsel einfach nur als Clown apostrophieren, so täte man ihm zweifellos unrecht. Zwar lebt die Darstellung dieses unerwünschten Kindes von vielen clownesken Situationen. Doch es steckt ebenso viel Tiefsinn und euphorisch überspielte Traurigkeit wie Clownerie in all den Sequenzen, in denen Bichsel sowohl seine Wandlungsfähigkeit als auch seine mitreissende Mimik und Gestik ausspielt. Von Sequenz zu Sequenz zieht er sich in Rekordtempo auf der dunklen Bühne um, erscheint einmal als sein eigener Vater bei der Zeugung, der dann (buchstäblich!) den Hut nimmt und nur seine Kaffeetasse zurücklässt, dann als meisterlich pantomimischer Wanderer im Gewitterregen und schliesslich sogar als südspanischer Sternenhimmel. In einem mit LED-Lichtern übersäten Overall legt dieses Firmament einen Tanz auf die dunkle Bühne, der sowohl für Bichsels Faible für Surrealistisches wie auch für seine Fitness spricht.

Roter Faden durch das «Log-Buch» seines Lebens ist ein Fuchs, eine Art Totem, das ihn begleitet und schliesslich aus der Verzweiflung rettet. Er kommt in jedem der sprechenden Bilder vor, die Ueli Bichsel mit spärlichsten Mitteln, aber wunderbaren Effekten für die verschiedenen Lebensphasen auf der Bühne kreiert und kommentiert und einem so nahe bringt, dass der Geist entzückt ist und die Seele lacht. «Dass es Ueli Bichsel gelingt, innerpsychische Ebenen und rein komische Elemente mit (scheinbar) unprätentiöser Leichtigkeit zu verbinden, zeichnet ihn als Meister seines Metiers, als Clown im bestem Sinne aus», schrieb Simone Müller vom «Bund», (esc)


Naturgemäss beginnt alles im Theater. Silvana Gargiulo gibt die italienische Matrone, die sich von Ueli Wein servieren lässt und ihn mit wunderbaren Klavierklängen bei seinen Liedern und Geschichten begleitet, welche von einer tragisch endenden Liebe, Rehe, Berge und einem Eisvogel handeln.

Mit viel Humor und Ironie singt und rappt Ueli Bichsel über das Leben und das Sterben. Mit wenigen Handgriffen ist die Bühne umgebaut und man findet sich im zweiten Teil in einem Krankenzimmer wieder, wo der kranke Ueli Bichsel von Silvana Gargiulo gepflegt wird. Franz Hohler hat es treffend gesagt: „Wir lachen über die Gedankenwelt des Kranken, für den das Normale zum Absurden geworden ist.“ Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo schaffen es, mit ihren Dialogen und Monologen ihr Publikum zum Lachen, Nachdenken und Weinen zu bringen.
Regie: Hanspeter Horner


 


Naturgemäss beginnt alles im Theater. Silvana Gargiulo gibt die italienische Matrone, die sich von Ueli Wein servieren lässt und ihn mit wunderbaren Klavierklängen bei seinen Liedern und Geschichten begleitet, welche von einer tragisch endenden Liebe, Rehe, Berge und einem Eisvogel handeln.

Mit viel Humor und Ironie singt und rappt Ueli Bichsel über das Leben und das Sterben. Mit wenigen Handgriffen ist die Bühne umgebaut und man findet sich im zweiten Teil in einem Krankenzimmer wieder, wo der kranke Ueli Bichsel von Silvana Gargiulo gepflegt wird. Franz Hohler hat es treffend gesagt: „Wir lachen über die Gedankenwelt des Kranken, für den das Normale zum Absurden geworden ist.“ Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo schaffen es, mit ihren Dialogen und Monologen ihr Publikum zum Lachen, Nachdenken und Weinen zu bringen.
Regie: Hanspeter Horner


 

Mit «Knacks», das 2013 am Zürcher Theaterspektakel uraufgeführt wurde, präsentieren Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo ihr viertes Gemeinschaftsprojekt. Das Theater und Clownpaar schlüpft in der von Hanspeter Homer und Anna Frey inszenierten Produktion in die Rollen von Bruder und Schwester, die sich nach dem Tod der Mutter in deren Atelier wiedersehen. Mögen auch Jahrzehnte vergangen sein seit der letzten Begegnung, die eifersüchtige Nähe, so typisch für Geschwisterbeziehungen, ist sofort wieder da. Man ist einander tief verbunden und mag dem oder der andern doch nichts gönnen, nicht einmal die Puppe, die, wie von Geisterhand angetrieben, in einem Rad über die Bühne gerollt kommt. Die Frau erzählt mit leuchtenden Augen, wie sie stundenlang mit ihrer «bambola» gespielt habe, worauf der Mann unberührt behauptet, die Puppe habe ihm, dem älteren Bruder, zuerst gehört und er habe ihr gern in die Haare gespuckt.

Den grössten Streitpunkt bildet jedoch das künstlerische Talent der verstorbenen Mutter. Während die Tochter diese als einzigartiges Genie preist, hat der Sohn nur Spott und Hohn für das mütterliche Schaffen übrig.

Die Kluft, die sich zwischen den Geschwistern auftut, wird umso deutlicher dadurch, dass sie verschiedene Sprachen sprechen: sie ein helles, melodisches Italienisch (wunderbar zum Zu- hören!), er ein sprödes Zürichdeutsch. Eine der witzigsten Szenen ist jene, in der Gargiulo sich über Bichsel’s «Züritüütsch» mokiert, indem sie ihre Stimme beim Wortteil «-tüütsch» jeweils nach oben schnellen lässt und sich dabei an den Hals fasst. Dieser Dialekt sei «pressione totale», totaler Druck. Weil der komplexen Geschwisterbeziehung mit Worten allein nicht beizukommen ist, tanzt das Paar zwischendurch auch immer wieder zu von Strawinsky inspirierten Klängen und irgendwie sehr archaisch und gerade dadurch berührend.


Ein Mann und eine Frau und ein kleiner Traum von Freiheit - das ist die ganze Geschichte, von der herzerfrischend clownesken Silvana Gargiulo und vom melancholischen Ueli Bichsel als absurde Clownerie deklariert. Pec and Fevvers bietet ein nahtloses Wechselspiel grotesker und feinstimmiger Slapsticks, selbstironischer Melodramatik und entsprechendem Klamauk, der sich in intensiv stille Poesie steigert. Heiterkeit ist garantiert, denn natürlich fallen Leitern und Holzlatten tumultuös zu Boden, kippt hier was um, geht da eine Lampe aus, stolpert Pec (Ueli Bichsel) immer wieder über die Wäsche, wedelt mit den Händen, gestikuliert mit dem ganzen Körper.
Den grössten Streitpunkt bildet jedoch das künstlerische Talent der verstorbenen Mutter. Während die Tochter diese als einzigartiges Genie preist, hat der Sohn nur Spott und Hohn für das mütterliche Schaffen übrig.

Und Fevvers (Silvana Gargiulo) ist schon ein seltsamer Engel, der ihn lockend oder kommandierend umgarnt, melodisch und palavernd umflötet; in ihrem Stuhl hockt, ihn wie eine Gazelle zum Tanz an den üppigen Busen reisst, ihn quiekend neckt, mit ihm juchzend ein spöttisches Spiel treibt, das er so oder so verliert und sich ihren Händen kaum erwehren kann.
Regie: Hanspeter Horner

© KULTagentUR 2018